Radevormwald – Wermelskirchen – Köln-Höhenhaus

Wandertour: 268
Wanderführer: Keine Angabe
Freizeitkarte: Naturpark Bergisches Land (Nord), Nr. 19 (LVA NRW)
Region: Bergisches Land
Länge: 51,4 km
Gehzeit netto (brutto): 9 Std. 57 Min. (11 Std. 00 Min.)
WDG: 5,17 km/h
Wegmarkierung: Bezirkswanderweg 8
Anspruch: Schwer
Wetter: Sonne, Wolken, Regen
Steigung: ca. 315 m
Sehenswertes: Wuppertalsperre, Feldbach, Dörpmühle, Langenbach, Eschbachtalsperre, Eschbach, Evangelische Stadtkirche Wermelskirchen, Eifgenbach, Neuermühle, Rausmühle, Markusmühle, Bökershammer, Eifgenburg, Märchenwald, Altenberger Dom, Dhünn, Schloss Strauweiler, St. Pankratius, Mutzbach, Wildpark.
Notiz: „Ich möch zo Foß noh Kölle jon“ oder „Soweit die Füße tragen“, so oder so ähnlich könnte diese Überschrift auch heißen. Morgens um 5.00 Uhr klingelte der Wecker, danach zu meinen Vater, der mich erst nach Köln-Höhenhaus (Ziel) und dann nach Radevormwald (Start) fuhr. Großes habe ich mir vorgenommen, denn von hier möchte ich den 51,4 km langen Bezirkswanderweg 8 gehen. Viele haben mir prophezeit, dass ich es nicht schaffen würde, sogar Wetten wurden abgeschlossen. „Ich möchte meine Grenzen kennen lernen“, war meistens meine Antwort. Neben 3 Litern Volvic und etliches zu Essen, habe ich noch Ersatzsocken und ein Ersatz T-Shirt dabei. Am Busbahnhof in Radevormwald (Wanderung 162) starte ich. Durch die Stadt, die schon bald verlasse. Nach Geilensiepen und Espert geht es durch den Wald. Schon bald geht es merklich höher und ich komme zur Landstrasse die über die Wuppertalsperre führt. Dahinter durch Dörperhöhe, Dörpe, Niederfeldbach und Oberfeldbach. Nachdem ich Dörpholz und Dörpmühle passiert habe, geht es hinter den Goldenbergshammer durch unpassierbares Gehölz. Sturmschäden behindern den Weg, ein Umgebungsweg mit weißer Farbe an den Bäumen ist eingerichtet. Bei Tefental wird’s kritisch. Der Weg ist undeutlich und so stehe ich vor dem Acker. Wo geht es weiter? Keine Ahnung, ich gehe quer über den Acker, passiere ein paar Stacheldrahtzäune und stehe vor den breiten Weg. Ich gehe links, erreiche wieder Raute 8 und gehe durch Bergisch Born. Weitere 4 km weiter bin ich an der Eschbachtalsperre (Wanderung 88). Ich unrunde sie zur Hälfte und warte ab, bis mich die nervende Nordic-Walker-Gruppe überholt hat. Unter der Autobahn halte ich mich links. Das Stück durch den fast gerodeten Wald an der Autobahn ist schlecht markiert. Ausgerechnet jetzt fängt es kurz an zu Regnen. Ich bin froh das ich das Wanderzeichen wieder finde, unterquere noch mal die Brücke und bin in Wermelskirchen. Bauarbeiten an der Strasse machen das Auffinden des besagten Zeichen fast unmöglich. Instruktiv gehe ich aber den richtigen Weg. An Schwimmbad und Sportplatz vorbei komme ich zu Haus Eifgen (Wanderung 192), das jetzt Cest la Vie heißt. Mit den Eifgenbach geht es eine zeitlang entlang. An der Kartoffelhaus Neuenmühle, kommt ein sehr kräftiger Schauer runter, ich hole den Regenschirm raus. Nach 30 km bemerke ich dass mir so langsam die Füße wehtun. Etwas nass marschiere ich weiter bis zur Rausmühle (Wanderung 258), die aber wegen Wasserrohrbruch geschlossen hat. Weiter bis zur Markusmühle ( Wanderung 26) die auch passiert wird. Nach ca. 4 km mache ich vor den Ringwall Eifgenburg (Wanderung 58) auf der Bank halt und begutachte meine Füße. An der rechtem Verse bilden sich zwei Blasen, an der linken kommt wohl auch was. Weiter am Bach entlang, komme ich zum Märchenwald, dahinter der Altenberger Dom ( Wanderung 11). Nun an der Dhünn entlang und vorbei an Odenthal (Wanderung 9) durchquere ich den Wald. Nach über 40 km, tun mir so dermaßen die Füße weh, dass ich das Ziel herbeisehne. Am Ortsrand von Schildgen, komme ich schon bald in den Dünnwalder Stadtwald. Hinter dem Waldbad gehe über den Mutzbach hinweg und am Wildpark vorbei. Kurz vor dem Ziel verlässt mich mein GPS-Gerät, der Akku ist leer. Nur sehr langsam bewege ich mich fort. Hier sind die Wanderzeichen reichlich vorhanden. Auch den Kölnpfad entdecke ich. Wo ist das Ziel, ich kann nicht mehr. Ich muss dran denken wie mir bei der Bundeswehr, beim 30 km Marsch, kurz vor dem Ziel, die Blase an der Verse platzte. Mit letzten Kräften erreiche ich die Haltestelle Birkenweg in Köln-Höhenhaus. Hier am letzten Baum steht es weiß auf schwarz: Ende. Mir fällt ein Stein vom Herzen als ich wieder mein Auto erblicke. Konditionell geht es mir gut, außer den zwei Blasen an der rechten Verse, eine an der linken. Außerdem habe ich ein Muskelkrampf im rechten Unterschenkel. Ich freue mich auf eine Dusche.
Meine Wertung:
4Sterne

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10 Kommentare

  1. Naja, schnell war es ja nicht. Nachher war es eher humpeln. Außerdem wäre ich langsam gegangen, hätte ich ja die sehr sehr lange Wegstrecke gar nicht geschafft!
    Aber soviel habe ich an einen Tag noch nie vom Bergischen Land gesehen. Wie immer sehenswert.

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  2. Zuerst einmal Glückwunsch zum erfolgreichen Erwandern dieser Tour. Ich habe mir eben noch einmal langsam die Stationen durchgelesen und meine Hochachtung ist von Station zu Station gestiegen.

    Schön, daß Du heil wieder angekommen bist und die „paar Blasen“ werden bald vergessen sein.

    Ich wünsche Euch noch ein geruhsames, weniger anstrengendes Wochenende und weiterhin schönen Urlaub.

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  3. Danke für die Glückwünsche.
    Mir geht es heute wieder gut, außer den Blasen an meinen Füßen, denen geht es gar nicht gut. Mitlerweile hat sich an der rechten Verse ein sehr dicke Blase gebildet. Kann aber wenigstens besser gehen als gestern.
    Wünsche euch auch ein schönes Wochenende.

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  4. Ein bißchen verrückt bist du ja schon, 50 km am Stück! Alle Achtung. Also schaffen kann man es ja offensichtlich. Oder besser, du konntest es schaffen. Mir so eine Verrücktheit vorzunehmen, könnte ich mir auch vorstellen. Aber so eine Entfernung würde ich mir nie zutrauen. Vielleicht wage ich mich mal an 30 km ran, das muß erstmal reichen.

    Aber wirklich klasse, dass du dir das vorgenommen und dann auch gemeistert hast.

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  5. Danke für die Glückwünsche.
    Also man muss schon irre sein das zu machen und das bin ich auch.
    Allerdings würde ich sowas nicht jeden Monat machen. Es war eine Erfahrung und habe viel dazugelernt. Vielleicht sollte ich dann doch, noch dickere Wandersocken anziehen. Es nuss möglich sein, das man ohne Blasen davon kommt.

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  6. Respekt, das wäre nicht mein Ding. Ich möchte mal auf gepflegte 20-25 Kilometer kommen, um mal einen Wanderurlaub zu machen, wo ich von Ort zu Ort wandere, das reicht mir. Wobei man weiß ja nie, wie es kommt. Immerhin bin ich in vier Monaten von völlig untrainierten 8 Kilometern schon bei inzwischen 19 gelandet. Hätte ich vorher auch nicht gedacht. Das mit den Blasen ist übel. Ich habe immer die TK2 von der Firma mit dem Jagdvogel, damit komme ich gut zurecht und merke die auch nicht aber meine Freundin schört auf die TK1 weil sie mit den TK2 nicht klar kommt.

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  7. So extrem werde ich demnächst nicht mehr wandern. Aber es war mal so ne Erfahrung.
    Übrigens habe ich immer die Wandersocken TK1, auch vonn der selben Firma, aber hier hatte ich dann trotzdem einige Blasen.

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  8. Oh, ich dachte immer, das Langstreckenwandern wäre erst kürzlich erfunden worden. (Überall Megamärsche und Ultramarathons.) Stramme Leistung. Glückwunsch !

    Gefällt 1 Person

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